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kamen mit Laurin Rosenberg und Eric
Phillipp von unserem Rapideum zu diesem
Anlass auch für eine gemeinsame
Erinnerung zusammen. Die große, robuste
Tafel umfasst eines der klassischen
Panoramamotive der ehemaligen
Spielstätte. Der Clou: Dadurch,
dass das Motiv transparent gehalten
ist, wurde so der Blick von der Vergangenheit
auf die Gegenwart umgesetzt.
Heute befindet sich am Ort unserer
ehemaligen Triumphe der Tennisverein
Colony Club, bei dessen Inhaber Johannes
Graski wir uns für die problemlose
Umsetzung unseres Gedenkens
sowie die Bereitstellung des Platzes
herzlich bedanken möchten.
Der auf der Gedenktafel integrierte Text
lautet wie folgt:
Die Hütteldorfer „Pfarrwiese“ – 66 Jahre
Heimat des SK Rapid
Auf einem vom Salzburger Stift St. Peter
gepachteten Grundstück, inmitten
der Ausläufer des Wienerwaldes, eingezwängt
zwischen Villen und dem örtlichen
Brauhaus, wird nach Plänen von
Dionys Schöneckers Bruder Eduard
1912 jener Sportplatz errichtet, der
Rapid 66 Jahre lang als Heimstätte dienen
wird. Während der offizielle Name
„Sportplatz Rapid“ lautet, ist der Platz
vor allem als „Pfarrwiese“ bekannt, da
das Grundstück von der Hütteldorfer
Pfarre verwaltet wird.
Die Pfarrwiese ist nicht nur ein Stadion,
sondern für alle Rapidler ein Zuhause
mit unvergleichlich dichter Atmosphäre,
die den Schriftsteller und Nobelpreisträger
Elias Canetti, der vom nahen
Hacking aus das Treiben am Spieltag
beobachtet, sogar zu seinem Lebenswerk
„Masse und Macht“ inspiriert.
Für die Gegner des SK Rapid wird das
Antreten auf dem Hütteldorfer Rapid-
Platz oft zu einem Albtraum, der schon
im berüchtigt engen Kabinengang, dem
„Tunnel“, beginnt. Der SCR holt auf der
Pfarrwiese 25 Meisterschaften und gewinnt
in dieser Zeit 9-mal den Cup, also
im Schnitt jedes zweite Jahr einen Titel.
Insgesamt bestreitet der SK Rapid auf
der Pfarrwiese 744 Spiele, wobei 48 als
formelle Gastmannschaft gespielt werden.
Die Bilanz ist eindeutig: 563 Spieler
werden gewonnen, nur 98 verloren.
Die Rapid-Fans dürfen 2.808-mal über
ein grün-weißes Tor jubeln, 1.018-mal
muss der Rapid-Torhüter ins Netz greifen.
Erfolgreichster Torschütze ist Franz
„Bimbo“ Binder mit 211 Treffern.
Zu Beginn für lediglich 4.000 Zuschauer
errichtet, finden hier nach mehreren
Ausbauphasen Mitte der 1920er-Jahre
bis zu 25.000 Besucher Platz. Allein die
imposante Stehplatztribüne mit dem
spitzgiebeligen Tribünendach fasst
14.000 Menschen. 1955 bekommt die
gewaltige Erdrampe dieser Tribüne
Betonstufen, dann verändert sich der
Rapid-Platz kaum noch. Nachdem sich
1956 anlässlich eines Spiels gegen den
AC Milan mehr als 30.000 auf den Rängen
gedrängt haben, wird das Fassungsvermögen
drastisch reduziert.
Der Bau des nur einen Steinwurf entfernten
Weststadions (ab 1981 Gerhard-
HanappiStadion)
bedeutet das Ende
der traditionsreichen Heimstätte. Als
das neue Stadion aufgrund bau licher
Mängel 1977 vorübergehend gesperrt
wird, feiert die Pfarrwiese noch einmal
ein Comeback, bevor im April 1978
endgültig das letzte Tor fällt. 1981 wird
das Stadion abgerissen.
Mitgliedervertreter im Beirat der SK
Rapid GmbH
Bei der ordentlichen Hauptversammlung
2016 stand auch die Wahl der
Mitgliedervertreter für den Beirat der
SK Rapid GmbH auf dem Programm.
Dieses beratende Gremium „dient der
Förderung der sportlichen, wirtschaftlichen
und gesellschaftlichen Entwicklung
der SK Rapid GmbH unter Wahrung
eines ausgewogenen Informationsstandes
und der Nutzung des Potenzials
aller an der Weiterentwicklung
der SK Rapid GmbH beteiligten Interessengruppen“,
so der offizielle Wortlaut.
In der Saison 2017/18 waren in
diesem Gremium aus dem Kreise der
Vereinsmitglieder Sabine Karl, Paul
Österreicher und Stefan Singer dabei.
Im Februar 2018 wurde mit Josef
Hickersberger zudem der vorletzte
Rapid-Meistertrainer als Mitglied in den
Beirat aufgenommen!
Die Zusammensetzung des Beirats
gliedert sich wie folgt:
Der Beirat besteht aus mindestens
zehn und höchstens sechzehn Mitgliedern.
Die Mitglieder werden vom Präsidium
bestimmt, wobei dieses verpflichtet
ist, in den Beirat aufzunehmen:
• bis zu vier Vertreter der größten
Sponsoren: derzeit Robert Grüneis
(für Wien Energie), Heidemarie Kipperer
(Cashback World), Christoph
Marek (Allianz Gruppe in Österreich);
• drei Beiratsmitglieder, welche nach
Einschätzung des Präsidiums das
besondere Vertrauen der Mitglieder
genießen, derzeit Sabine Karl, Paul
Österreicher und Stefan Singer;
• bis zu drei weitere hochrangige
Vertreter (ausschließlich Vorstands-
oder Geschäftsführungsebene) aus
führenden Unternehmen bzw. der
öffentlichen Verwaltung, die noch
keine relevante wirtschaftliche
Beziehung zum SK Rapid oder zur