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dafür entschieden, dass es mehr europäischen
Fußball für mehr Klubs geben
soll, und sehen somit eine Aufstockung
um 16 Klubs als wichtigen Schritt in die
Zukunft. Die Erweiterung um 16 Klubs
hat viele Auswirkungen, die den gesamten
Prozess maßgeblich geprägt haben.
Da der internationale Spielkalender
bis 2024 bereits fixiert ist, sind weitere
Spieltermine für die europäischen
Bewerbe nicht möglich. Wir mussten
daher ein System finden, das in den
vorgesehenen Spielkalender passt.
Weiters war es uns wichtig, einen neuen,
zukunftsweisenden Weg zu gehen,
da wir wissen, dass die Geschichte des
europäischen Klubfußballs geprägt ist
vom Wachstum. Waren bis zur Mitte
der 90er-Jahre nur 64 Klubs Teilnehmer
im UEFA-Cup, sind nun über 200
Klubs im europäischen Fußball involviert
(Qualifikation und Gruppenphase).
Bei allen unseren Überlegungen war es
uns wichtig, uns nicht nur auf die Möglichkeiten
der TV-Rechte-Vermarktung
zu konzentrieren, sondern alle Effekte
zu betrachten: Die Teilnahme am europäischen
Fußball bringt zusätzliche
Spiele und stellt für die Spieler eine
wichtige internationale Erfahrung dar.
Fans sind stolz und haben mit den Fanreisen
einmalige Erlebnisse. Sponsoren
und Medien sind mit der zusätzlichen
Berichterstattung bzw. den Storys zufrieden.
Ökonomisch bringt dies neben
den TV-Erlösen eben zusätzliche Erlöse
aus Ticketing, Merchandising, Sponsoring
und ggf. auch Transfererlöse, da
Spieler mit internationaler Erfahrung in
der Regel einen höheren Marktwert
aufweisen.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses
Geschäftsberichtes war noch keine
endgültige Entscheidung über das
neue Format getroffen worden. Medial
wurde bereits berichtet, dass die Möglichkeit
eines neuen dritten Bewerbes
von der ECA favorisiert wird. In diesem
Modell würde es dann drei Bewerbe mit
je 32 Teilnehmern geben: Champions
League, Europa League und den neuen
dritten Bewerb, der einen eigenen Namen
bekommen wird. Dieses Modell
hat gegenüber einer Europa League mit
64 Klubs einige Vorteile und ist für ein
zukünftiges Wachstum an Teilnehmern
sehr gut geeignet.
Nachdem die letzten Änderungen vor
drei Jahren die Champions League betrafen
und zugunsten der Klubs der
großen Nationen durchgeführt wurden,
bin ich jedenfalls der Meinung, dass die
Erweiterung um 16 Klubs ein großer Erfolg
ist und gerade die Klubs aus mittleren
und kleineren Ländern dadurch
profitieren werden. Mehr europäischer
Fußball bedeutet neue Entwicklungschancen
für viele Klubs und ich bin
sicher, dass dies auch den SK Rapid
beim weiteren Wachstum unterstützt.
Weitere Themen
Aktuell befasst sich der ECA Board
intensiv mit dem Transfersystem. Die
ECA ist ein wichtiger Teil des FIFA Football
Stakeholder Committee (FSC), wo
unter anderem über die (Wieder)
Einführung
einer Spielervermittlerlizenz,
eine Höchstgrenze von Spielerleihen
sowie die Einführung eines Clearing
House für Transferzahlungen nachgedacht
wird. Weiters gibt es intensive
Bemühungen, um Ausbildungsklubs
besser zu schützen bzw. diese in ihrem
Geschäftsmodell zu stärken.