
2.2.8 SUMMARY: DIE REGIONALWIRTSCHAFTLICHE BEDEUTUNG DES SK RAPID WIEN
BRUTTOWERTSCHÖPFUNG
Als Kennzahl der volkswirtschaftlichen
Gesamtrechnung definiert sich
diese als Gesamtwert der im Produktionsprozess
erzeugten Waren und
Dienstleistungen (Bruttoproduktionswert)
abzüglich des Wertes der im
Produktionsprozess verbrauchten,
verarbeiteten oder umgewandelten
Waren und Dienstleistungen (Vorleistungen).
Anders ausgedrückt bemisst
die Bruttowertschöpfung jenen
Betrag, der für die Entlohnung der
Produktionsfaktoren Arbeit (Löhne
und Gehälter) und Kapital (Gewinn,
Fremdkapitalzinsen und Abschreibungen)
zur Verfügung stehen.
WERTSCHÖPFUNGSMULTIPLIKATOR
Der Wertschöpfungsmultiplikator
stellt dar, um wie viel der totale Effekt
den ursprünglichen, direkten Effekt
übersteigt. Je höher der Multiplikator,
desto größer der regionalwirtschaftliche
„Hebel“. Berechnet wird der
Multiplikator als Quotient aus totalem
Bruttowertschöpfungseffekt durch
direkten Bruttowertschöpfungs effekt.
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SK RAPID | GESCHÄFTSBERICHT 2017/18 Im Rahmen der Studie „Regionalwirtschaftliche
Effekte des SK Rapid“ wurde
von SportsEconAustria, Institut für
Sportökonomie, erstmals die wirtschaftliche
Bedeutung von Rapid in
Bezug auf Wertschöpfung, Beschäftigung
und das fiskalische Aufkommen
quantifiziert. Würde man hier nur auf
den laufenden Betrieb von Rapid abstellen,
so würde die Betrachtung nicht
weit genug greifen, denn über diesen
hinaus werden in Wien auch über
die Ausgaben der Fans und Stadionbesucher
für Fanartikel, Verpflegung im
Stadion und außerhalb sowie Fahrtkosten
und Übernachtungen, über die
Tätigkeiten von Rapid-Fanclubs und
über die Medien zusätzliche Effekte
ausgelöst. Darüber hinaus werden
durch die Investitionen, die vom SK
Rapid Wien getätigt werden, regionalökonomische
Effekte generiert.
Über die direkten, von Rapid ausgelösten
Effekte hinaus werden auch entlang
der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsketten
Wertschöp fungs-,
Beschäftigungs
und Steuer effekte
ausgelöst. Betrachtet man die durch
Vorleistungsbeziehungen ausgelösten
Effekte entlang der vorgela gerten Wertschöpfungskette,
so spricht man von
indirekten Effekten. Die Ein kommen,
die von den Beschäftigten wiederum zu
Konsum- und Investitions zwecken ausgegeben
werden, lösen in der nachgelagerten
Wertschöpfungs kette, ganz
besonders im Einzelhandel, sogenannte
induzierte Effekte aus. Während die
Höhe der indirekten Effekte im Wesentlichen
von der Vorleistungs intensität
und vom Anteil der Importe abhängt,
wirken sich bei den induzier ten Effekten
vor allem die Höhe der Einkommen, die
Auslandsabflüsse und die Sparquote
auf den regionalen Effekt aus.
Um den direkten Beitrag des SK Rapid
Wien zur Wirtschaftsleistung Wiens
quantifizieren und die Verflechtungen
mit dem Rest der regionalen und nationalen
Wirtschaft darstellen zu können,
wurde im Rahmen der Studie ein sogenanntes
„Satellitenkonto SK Rapid
Wien“ entwickelt, aus welchem der
unmittelbare, aber auch der mittelbare
Effekt auf die Wertschöpfung und Beschäftigung
Wiens abgeleitet werden
kann. Mittels einer darauf aufbauenden
Steuermatrix kann darüber hinaus auch
der gesamte fiskalische Beitrag des
SK Rapid Wien bestimmt werden.
Der SK Rapid Wien generiert unmittelbar
und mittelbar Wertschöpfung:
Mit zwei durch den SK Rapid Wien
erwirtschafteten Euros wird in Wien
ein weiterer Euro an Wertschöpfung
ausgelöst.
Mit Umsatzerlösen in der Saison
2017/18 in der Höhe von insgesamt
39,7 Mio. Euro und Ausgaben von 33,1
Mio. Euro wurde in Wien ein direkter
Bruttowertschöpfungseffekt in der Höhe
von 23,88 Mio. Euro generiert. Die
Sachausgaben und Vorleistungen in
der Höhe von insgesamt 15,6 Mio. Euro
wurden zu rund zwei Dritteln von Unternehmen
aus Österreich bezogen, sodass
österreichweit ein indirekter Wertschöpfungseffekt
von 13,92 Mio. Euro,
davon 8,98 Mio. Euro in Wien, durch
den SK Rapid Wien ausgelöst wurde.
Weitere 4,03 Mio. Euro (davon 3,59
Mio. Euro in Wien) wurden an induzierten
Bruttowertschöpfungseffekten angestoßen,
sodass sich der Ge samteffekt,
der sich unmittelbar und mittelbar
auf den laufenden Betrieb des
SK Rapid Wien zurückführen lässt, auf
österreichweit 41,83 Mio. Euro beläuft,
wovon mit 36,45 Mio. Euro der größte
Teil in Wien wirksam wird.
Stellt man diesen Gesamteffekt in Relation
zum direkten Effekt des SK Rapid
Wien, dann erhält man die Maßzahl des
Wertschöpfungsmultiplikators, welche
etwas über den volks- und regionalwirtschaftlichen
Hebel von Rapid aussagt.
Dieser beläuft sich für Österreich auf
1,75, für Wien auf 1,53, was wiede rum
bedeutet, dass mit jedem durch den
SK Rapid Wien ausgelösten Euro an
Wertschöpfung weitere 75 bzw. 53 Cent
an Wertschöpfung in anderen Branchen
ausgelöst werden.
Mit den ausgelösten Wertschöpfungseffekten
liegt der SK Rapid Wien in ei ner
makroökonomisch für Wien nachweisbaren
Größenordnung von 0,03 % im
direkten und 0,04 % im gesamten Effekt
und wäre in seiner Größen ordnung vergleichbar
mit dem Sektor „Reparatur
von elektrischen Haushalts geräten“ im
BRUTTOWERTSCHÖPFUNGSEFFEKTE AUSGELÖST
DURCH DAS LAUFENDE BUDGET DES
SK RAPID WIEN (EUR MIO.)
45
40
35
30
25
20
15
10
5
0
5,38
Abb. 21
direkte
BWS
4,94
indirekte
BWS
Wien Restösterreich
0,44
induzierte
BWS
gesamte
BWS
23,88
8,98
3,59
36,45